Welcome to the Jungle – Khao Sok Nationalpark

Der Zug erreicht pünktlich um kurz nach 7 Uhr morgens den Bahnhof Surat Thani. Von Surat Thani geht es weiter in den Khao Sok Nationalpark, wo wir zwei Nächte in den Camps von “Elephant Hills” gebucht hatten.

Der Bahnhof ist nicht besonders groß aber scheinbar ein Dreh-  und Angelpunkt für Reisende auf dem Weg nach Südthailand. Unzählige Taxis und Busse warten auf den Zug. Es herrscht ein quirliges Treiben auf dem Bahnhofsvorplatz. Wir dürfen uns mit unserem aus dem Zug mitgebrachten Frühstück (im Zug hatte man unsere Frühstücksbestellung für 6:30 scheinbar vergessen und so haben wir es zum Ausstieg in einer Tüte verpackt mitbekommen) in ein Café setzen.  Wir lassen die Betreiber wissen, dass wir von Elephant Hills abgeholt werden. Kurz nachdem wir unseren Kaffee ausgetrunken hatten, steht auch schon der Fahrer von Elephant Hills bereit und führt uns zu seinem Minivan. Wir bekommen jeder eine Flasche Wasser für die Fahrt. Auf der Fahrt bekommen wir einen ersten kleinen Eindruck von Thailands Süden. Wir fahren an unzähligen Plantagen mit Gummibäumen vorbei. Gummi und Latex ist einer der größten Wirtschaftszweige von Südthailand. Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt erreichen wir das Camp. Wir werden mit einem erfrischenden Drink empfangen. Unser Guide für die 3 Tage im Khao Sok Nationalpark ist Bua, die sich uns freundlich vorstellt und die Abläufe erklärt. Wir bekommen den Schlüssel für das relativ luxuriöse Zelt und können es kurze Zeit später beziehen. Eine komfortablere Art zu campen kann es nicht geben. Das Zelt enthält ein bequemes, großes Bett, sowie ein separates Bad mit Dusche und WC. Gegen Mittag wird Lunch serviert. Ein vielfältiges und sehr schmackhaftes Buffet mit hauptsächlich thailändischer Küche. Nach dem Mittag trifft unsere Gruppe zusammen und wir starten mit einer Kanu-Tour über einen nahegelegenen Fluss. Wir können hier schon einen ersten Eindruck über die atemberaubende Natur des Nationalparks gewinnen. Wir entdecken ein paar wenige Schlangen in den Bäumen, allerdings muss man schon genau hinschauen, daher ist fraglich, an wie vielen wir tatsächlich vorbei gepaddelt sind. Wir sehen Warane, riesige Spinnen und Kröten und genießen die umwerfende Landschaft. Am Ziel angekommen erwarten uns Busse, die uns schließlich ins Elefanten-Camp bringen. Das Camp kann aufgrund seiner Fläche maximal 14 Elefanten beherbergen. Diese dürfen sich dort in einem großen eingezäunten Areal frei bewegen. Wir dürfen das Areal betreten und zunächst dabei zuschauen, wie zwei Elefanten genüsslich miteinander baden. Anschließend dürfen wir die Elefanten unter Anleitung sowie Aufsicht ihrer jeweiligen Mahouts waschen und abbrausen. Es ist eine einmalige Erfahrung diese Tiere zu berühren, die so riesig, aber so umsichtig zugleich sind. Während des Waschens füttern wir sie mit der ein oder anderen Banane. Ein kleiner Starter: nach dem Waschen beginnen wir mit der Zubereitung eines ausführlichen Elefanten-Menüs. Wir zerkleinern Ananas, Bananen und Zuckerrohr, wir packen Grasbündel sowie kleine Päckchen, die ein bisschen Tamarinde, Salz und Getreide (wegen der Mineralstoffe) enthalten und verfüttern die Leckereien anschließend an die wartenden Dickhäuter. Sobald die Fütterung vorbei ist verschwinden die Tiere wieder gemütlich auf ihre Wiese. Wir schauen uns noch eine kurze Doku über Elefanten an und fahren zurück zum Zelt-Camp. Nachdem wir ein wenig Zeit hatten uns frisch zu machen, beginnt ein weiterer Programmpunkt: Show-Küche. Wir erfahren, wie ein original Pad Thai zubereitet wird. Alle Zutaten werden ausführlich erklärt und schließlich zubereitet. Mit Fertigstellung des Pad Thais wird das weitere Buffet eröffnet, welches wieder sehr leckere Speisen speziell aus der Thai Küche enthält. Nach dem Essen erfolgt eine Tanzdarbietung von Schülerinnen aus der näheren Umgebung. Der Veranstalter Elephant Hills fördert Schulen in der Umgebung. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende und wir genießen den erholsamen Schlaf in unserem Zelt mitten im thailändischen Dschungel.

Am nächsten Morgen heißt es schon wieder packen – allerdings nur die nötigsten Sachen. Es geht weiter zum Rainforest Camp. Das Rainforest Camp liegt auf dem Cheow-Lan-Stausee. Großes Gepäck ist hier eher hinderlich, da ein großer Teil der Strecke per Longtailboot zurückgelegt werden muss. Gesagt getan, das restliche Gepäck bleibt vorerst im Elephant Hills Camp.

In Bussen werden wir vom Elephant Hills Camp zum großen Staudamm Ratchaprabha gefahren. Zwischendurch machen wir noch Stopp bei einem traditionellen thailändischen Markt, wo uns Bua sämtliche Fragen beantwortet, die wir zu den Lebensmitteln dort haben.

Auf dem Markt finde ich endlich die im Siam Museum angepriesenen Thai Elephant Star Flip Flops und kaufe mir für umgerechnet 3 € ein Paar. Schließlich erreichen wir den großen Staudamm. Der Staudamm wurde Anfang der 80er Jahre errichtet und dient der Gewinnung von Wasserenergie und der Vorsorge für Dürreperioden. Die Überschwemmung des Gebiets auf dem sich nun der Cheow-Lan-Stausee befindet, sorgte damals für viel Kritik, schließlich mussten alle Bewohner des Gebiets umgesiedelt werden. Auch die Auswirkung auf die Umwelt war massiv, so sind bei der Überflutung zahlreiche Tiere ertrunken. Heute, knapp 35 Jahre später, lässt die traumhafte Idylle an diesem Ort davon nichts mehr erahnen. Mit Longtailbooten werden wir vom Bootsanleger knapp eine Stunde über den See gefahren, bis wir das Camp erreichen. Große Felsmassive steigen aus dem türkisblauen Wasser empor.

Das Camp besteht aus mehreren Floating Tents sowie zwei Haupthäusern, die als Treffpunkt und Ort für die Mahlzeiten dienen. Im Camp angekommen gibt es zunächst ein Mittagsbuffet. Anschließend werden uns unsere Zelte zugewiesen. Obwohl dieser Ort so abgelegen ist, sind die Zelte wieder sehr komfortabel und bieten alles was man braucht, inklusive Terrasse direkt am See mit eigenem Kajak. Sofort schmeißen wir uns in unsere Badesachen und springen in das kühle Nass. Erfrischend.

Am Nachmittag starten wir mit der Gruppe eine Trekking-Tour durch den Dschungel. Ausgestattet mit Bambusstöcken leiten uns Bua und ihr Begleiter durch den Dschungel. Wir schnuppern an verschiedenen Pflanzen, entdecken an einem Baum Krallenspuren eines Bären, passieren Termitenhügel und finden das Loch einer Tarantel. Auf die Tarantel selbst treffen wir glücklicherweise nicht. Schließlich kommen wir zu einer größeren Höhle, die wir ausgerüstet mit Taschenlampen betreten. In den dämmerigen Lichtkegeln der Taschenlampe entdecken wir  Schlangen, die auf Felsvorsprüngen lauern, an den kalkigen Wänden sitzen handtellergroße Spinnen, die Decke ist besetzt von Fledermäusen. Wir machen kurzzeitig alle unsere Taschenlampe aus. Es ist stockdunkel, es lassen sich keine Umrisse mehr erkennen, gar nichts – nur schwarz. Wir schalten die Taschenlampen wieder an, verlassen die Höhle und machen uns auf den Rückweg. Wieder im Camp angekommen erfrischen wir uns beim Baden im See.

Abends wird wieder ein leckeres Buffet serviert und anschließend ein Film über die Wildlife-Forschung und Tierbeobachtung im Nationalpark gezeigt. Nach dem Abendprogramm genießen wird die Ruhe auf der Terrasse unseres Floating Tents, mit Blick auf einen wunderschönen Sternenhimmel.

Am nächsten Morgen starten wir nach dem Frühstück mit einer Kajak-Tour über den Stausee. Wir genießen den Anblick dieser unberührten Natur und treffen zufällig auf eine Gibbon-Familie, die sich durch die Bäume schwingt. Zurück im Camp heißt es dann auch schon wieder packen. Nach dem Mittagessen geht es wieder auf ein Longtailboot, welches uns zurück zum Bootsanleger in der Nähe des Staudamms bringt. Hier warten Taxi-Busse, die bereits das restliche Gepäck geladen haben und die Camp-Besucher zu ihren weiteren Destinationen bringen. Unsere nächste Destination: Phuket.

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