England, here we come!

Es geht wieder los – ein zweiwöchiger Summer Road Trip mit unserem eigenen kleinen VW Campervan. England, wir kommen!

Ganz unvorbereitet ins Blaue fahren wir nicht, Hin- und Rückfähre sowie Campingplätze in der Nähe von Orten, die wir besuchen wollen, haben wir schon vorab gebucht. Dieses hat den einfachen Grund, dass wir die ohnehin schon knapp bemessene Urlaubszeit nicht mit der Suche von Übernachtungsmöglichkeiten verschwenden wollen. Aber das war es im Prinzip auch schon an Vorbereitung.

Wir nehmen die Nachtfähre von Hoek van Holland nach Harwich, die pünktlich gegen 22:00 Uhr ablegt. Wir haben eine kleine aber feine Kabine in der wir sehr komfortabel nächtigen können. Ich werde morgens gegen 5:00 Uhr wach. Die Fähre liegt bereits im Hafen von Harwich und die Sonne steigt langsam empor und hüllt alles in ein warmes Licht. Die ersten Frühaufsteher genießen den Sonnenaufgang an Deck.

Gegen 6:30 Uhr heißt es dann aber ab in die Autos, die Ausschiffung beginnt. Wir passieren die Passkontrolle und starten im Linksverkehr in Richtung unseres ersten Zieles:

Cambridge

Cambridge ist wohl eine der bekanntesten Universitätsstädte dieses Planeten und nach Oxford die zweitälteste Großbritanniens. Seit dem 13. Jahrhundert bündelt sich hier das Wissen diverser Colleges und Institute, die zusammen die University of Cambridge ausmachen.

Wir parken unseren Van relativ zentral am Bahnhof (12.50 GBP Parkgebühren für den Tag – nicht gerade Preiswert, aber in den größeren Städten durchaus ein üblicher Kurs) und schlendern zu Fuß in die Stadt.

Wie für Universitätsstädte üblich gibt es viele kleine Cafés und Bars, eingebettet in die historischen Bauten dieses Ortes. Wir schlendern durch die Stadt und werfen einen Blick in die großzügigen Parkareale unterschiedlicher Colleges, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Hier befindet sich ein Prachtbau neben dem anderen. Aber nun gut, in diesen Gemäuern wird seit dem 13. Jahrhundert die Bildungselite des Landes aufgezogen.

Wir schlendern über den großen Marktplatz, wo unterschiedliche Aussteller ihre Waren anbieten.

Vorbei an der St Mary’s Church sehen wir, dass vor dem Senate House gerade eine Abschlussfeier stattfindet. Die Absolventen erkennt man an ihren speziellen Capes und natürlich den hochstolzen Eltern im Schlepptau.

Wir gehen ein Stück weiter in Richtung Cam, das ist der kleine Fluss, der durch Cambridge fließt und von dem aus man einen wunderbaren Ausblick auf die ehrwürdigen Colleges hat. Daher ist es eine gute Idee, sich einen 45-minütigen Punting-Ausflug über den Fluss zu gönnen. In den Holzbooten haben etwa 8 Personen Platz. Eine Art Gondoliere treibt das Boot mit einem langen Stab durch den Fluss. Nebenbei erzählt er etwas zu den Collegegebäuden und welche bekannten Persönlichkeiten dort studiert haben. Mit 68 GBP für zwei Personen kein ganz günstiges Vergnügen, aber durchaus lohnenswert insbesondere wenn das Wetter mitspielt.

Ein weiterer empfehlenswerter Ort in Cambridge ist der Botanische Garten, der ebenfalls zur Universität gehört.

Bevor wir zurück zum Van gehen kehren wir noch im „Steamwork“ ein. Hier gibt es eine leckere BBQ-Platte für zwei.

Anschließend machen wir uns mit dem Van zum nahegelegenen Campingplatz Wyton Lake Holiday Park auf. Ein kleiner, sehr idyllischer Campingplatz mit Angelteichblick. Nach einer entspannten ersten Nacht und zwei kleinen Kaffees geht es weiter. Nächstes Ziel:

Sheffield

Wir fahren etwa 2 Stunden, bis wir die ehemalige Industriestadt Sheffield erreichen. Wir steuern einen zentral gelegenen Parkplatz im Stadtviertel Devonshire an. 2 GBP Parkgebühren halten sich hier im Rahmen.

Wir machen uns auf den Weg zum Kelham Island Museum. Hier werden wir einiges über die Geschichte der einst großen Industriestadt Sheffield erfahren.

Schon auf dem Weg zum Museum stellen wir fest, dass Sheffield eine Stadt im Wandel ist. Die Industrialisierung ist vorbei und viele ehemalige Fabriken und Gebäude sind im Verfall. Gleichzeitig wird aber auch viel Neues gebaut, sowie alte Gebäude saniert und in Lofts umgewandelt.

Sheffield ist seit dem 13. Jahrhundert bekannt für die Herstellung von Schneidwerkzeugen (Cutlery). Ab dem 18. Jahrhundert mit Beginn der Industrialisierung kam in großem Stil die Stahlherstellung dazu. Das Kelham Island Museum berichtet ganz ausführlich und interaktiv darüber. Ein kauziger Mitarbeiter des Museums lädt uns zu einer kleinen Challenge ein und stellt uns außergewöhnliche, in Sheffield gefertigte Werkzeuge vor. Wir sollen rätseln wofür die Werkzeuge sind. Das erfordert sehr viel Phantasie und ist ein Riesenspaß.

Das Museum beherbergt außerdem eine der größten jemals gebauten Dampfmaschinen und stellt sogar den Betrieb vor. Wirklich gewaltig, wenn die Maschine in Gang kommt! Das Museum ist Pflichtprogramm, wenn man in Sheffield ist, zumal der Eintritt kostenlos ist. Eine Spende ist der Besuch aber allemal Wert!

Nach dem Besuch des Museums gehen wir noch durch das Kathedralen-Viertel. Die Glocken der Cathedral Church of St Peter and Paul scheinen unaufhörlich zu schlagen. Wir betreten die Kathedrale. Ein wunderbares Orgelspiel erklingt und lädt ein sich für einen Moment dort niederzulassen und die wirklich schöne Atmosphäre zu genießen.

Anschließend gehen wir Richtung City Hall und kommen wieder bei unserem Parkplatz im Devonshire Viertel an. Hier kehren wir noch in einer der vielen interessanten Lokalitäten ein, dem Frog and Parrot. Hier gibt es für Sören Fish & Chips. Ich probiere die vegetarische Variante mit Halloumi. Es schmeckt hervorragend.

Anschließend zieht uns noch das „Heavenly Desserts“ in seinen Bann. Lecker! Auf dem Weg zurück zum Parkplatz sehe ich noch etliche weitere Locations, wo ich gerne mal einkehren würde, aber wir müssen weiter. Sheffield hat mein Herz auf jeden Fall erobert.

Wir fahren den Greensprings Campingplatz in der Nähe von Barnsley an. Es ist ein weitläufiges Campingareal auf dem Gelände einer Farm, umgeben von Wald und Feldern. So viel Ruhe bekommt man als Stadtmensch nur selten. Am nächsten Morgen geht es bereits in aller Frühe weiter zu einem wichtigen Termin in Barnsley.

Vanshades, Barnsley

Auf der Suche nach einer guten Lösung für die Verdunkelung unseres Campers, sind wir im Internet auf die Firma Vanshades gestoßen, welche spezielle Plissee-Module für die VW Transporter herstellt, die uns sehr gut gefallen. Tatsächlich ist dieses auch einer der Gründe, weshalb wir uns für die Tour nach England entschieden haben.

Wir haben die Module bereits vorab bestellt und bezahlt. Nun haben wir einen Termin für den Einbau. Gegen 9:00 Uhr kommen wir bei Vanshades an. Während wir einen Kaffee bzw. Tee trinken, werden die Module in unserem Camper eingebaut. Die Mitarbeiter bei Vanshades sind super nett und das Ergebnis ist perfekt. Wir können knapp eine Stunde später – total zufrieden – unser nächstes Tagesziel anfahren:

Leeds

Auch Leeds schafft es uns auf unterschiedliche Weise zu begeistern. Es ist eine quirlige Stadt in der man wunderbar shoppen kann. Egal, ob in einer größeren Mall, in den wunderschönen Arkaden oder in der Fußgängerzone, in Leeds ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Und sollte man nach dem ultimativen Shopping-Erlebnis Hunger bekommen: auch hier bietet Leeds eine große und sehr abwechslungsreiche Auswahl an Möglichkeiten. Wir entscheiden uns spontan, das Ramen im House of Fu zu probieren. Eine ausgezeichnete Wahl!

Hinterher kann man sich noch ganz prima die Füße vertreten zum Beispiel bei einem Spaziergang am River Aire, der durch die Stadt fließt. Was für ein tolles Flair. Die Menschen, die eine Wohnung mit Blick auf den Fluss haben, können sich wirklich glücklich schätzen. Wir lieben es. Ein Museum gibt es dort in der Nähe auch: die Royal Armouries. Eine riesige Ausstellung historischer Waffen, die in den Reiseführern empfohlen wird. Wir haben die Ausstellung jedoch nicht besucht, da das Gebäude zum Zeitpunkt unseres Besuches aufgrund einer Absolventenfeier für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war. So what! Wir hatten einen perfekten Tag im wunderschönen Leeds.

Nach dem Stadtbummel machen wir noch einen Abstecher zum Tesco Extra, einem riesigen Supermarkt und befüllen unseren Kühlschrank. Anschließend erreichen wir unsere nächste Campsite – Chowdene – in einem kleinen Vorort von York, wo wir die nächste Nacht verbringen.

York

Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück in die Stadt York. Die Parkplatzsuche gestaltet sich schwieriger als wir dachten. Etwas außerhalb, aber trotzdem noch fußläufig zum Stadtzentrum, finden wir einen günstigen Parkplaz (3.70 GBP pro Tag).

Wir passieren einen Durchgang der alten Stadtmauer und laufen die Fossgate hoch. Dort kehren wir zum zweiten Frühstück in ein kleines Café ein. Der Flat White schmeckt exzellent und die Brötchen auch.

Wir gehen weiter. Es ist noch recht früh, daher haben viele Läden in den kleinen Gassen noch geschlossen oder sind in den letzten Zügen vor der Öffnung. Wir erreichen das York Minster – die älteste mittelalterliche Kirche Englands und eine der größten Sehenswürdigkeiten Yorks. Keine Frage, dass wir die Kathedrale besichtigen wollen. Mit 12.50 GBP pro Person nicht ganz billig, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Wir nehmen an einer geführten Tour teil, die äußerst interessant und aufgrund des englischen Humors des Guides, auch sehr unterhaltsam ist. Wir erfahren einiges über die Architektur der Kirche, sowie die gut erhaltenen Buntglasfenster. Der Guide empfiehlt grundsätzlich Kirchen mit einem kleinen Fernglas zu besuchen, die es ermöglichen die Bilder auf den Fenstern genauer zu betrachten und zu entdecken. Wer diesen Bericht vor Besuch einer Kirche liest: Fernglas einpacken.

Nach dem Besuch des York Minsters schlendern wir noch ein wenig durch die Stadt, erwerben in der hippen Brauerei „Brew York“ noch etwas Craftbeer in Dosen (4 Dosen – 20 GBP – das muss echt feinstes Zeug sein!), bevor wir am Nachmittag weiter fahren. Es geht an die See:

Whitby

Whitby ist ein kleiner Küstenort im Nordosten Englands mit weiten Sandstränden und einem sehr belebten Hafen mit viel Gastronomie. Für uns gibt es daher kaum einen besseren Ort um nochmal in den Genuss von echten Fish & Chips zu kommen. Wir kehren bei Papa’s Fish & Chips ein, das von der BBC zum Nr. 1 Fish & Chips Restaurant gekürt wurde. Schon als wir zu unserem Tisch geführt wurden, riecht es nach Fisch, Fett und Essig. Wir bestellen Fish & Chips Gr. M. Als Fisch wird Haddock (Schellfisch) verwendet, ein Weißfisch, der sehr ähnlich wie Kabeljau (Cod) schmeckt. Pommes und Fisch sind wirklich lecker – zwei Tüten Kartoffelchips, wären vom Fettgehalt vermutlich gar nichts im Vergleich zu dem, was da vor uns auf dem Teller liegt ;-). Daher sind wir nicht traurig, dass wir nach dem Essen noch einige  Schritte zurück zum Campingplatz gehen müssen, um unsere Kalorienbilanz wieder einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen.

Der Campingplatz in Whitby gehört vermutlich zu den besten, den wir auf unserer Reise haben werden. Die Lage auf einer Anhöhe mit Blick auf das Meer ist einfach fantastisch. Es ist ausreichend Platz zu den anderen Campern vorhanden und die sanitären Anlagen könnten besser kaum sein. Waschmaschine und Trockner sind auch vorhanden. Zum Strand führt ein etwa 10 minütiger Fußweg.

Ich bedauere kurz, dass wir nur eine Nacht dort stehen, aber die Rundreise ruft. Am nächsten Tag geht es nach:

Durham

Bevor es in die Stadt Durham geht machen wir einen kleinen Abstecher in den Ort Spennymoor. Hier sitzt die Firma Orange County, mit der ich seit über 14 Jahren beruflich zusammenarbeite. Ich nutze die Gelegenheit die Leute, die ich sonst nur von Telefon oder aus Emails kenne, persönlich kennenzulernen.

Anschließend geht es weiter nach Durham. Wir schlendern Richtung Kathedrale. Schon auf dem Weg dorthin kommen uns zahlreiche Absolventen mit ihren typischen Umhängen entgegen. Durham ist Universitätsstadt und auch hier finden gerade die Abschlussfeierlichkeiten (Graduations) statt. Es ist richtig viel los. Wir kehren noch für einen Kaffee sowie leckeren Scones im Cafédral ein. Anschließend geht es zurück zum Van und es geht weiter zum nächsten Campingplatz „Finchlay Abbey“ in der Nähe von Durham.

Der Campingplatz liegt etwas ab vom Schuss, aber total beeindruckend an den Ruinen eines Priorats aus dem 13. Jahrhundert. So eine Umgebung bekommt man als Camper nicht täglich geboten!

Am nächsten Morgen geht es dann direkt weiter nach:

Newcastle

Newcastle upon Tyne liegt am Fluss Tyne. Insgesamt sieben Brücken verbinden Newcastle auf nördlicher Seite des Tynes sowie Gateshead auf südlicher Seite. Ein Spaziergang an der Quayside mit Blick auf die wunderschönen Brücken sowie auch andere Architektur wie zum Beispiel das Sage Gateshead sowie das Baltic Centre ist auf jeden Fall empfehlenwert.

Das Baltic Centre ist ein Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst und auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Der Eintritt ist kostenlos. Von oben hat man einen wunderbaren Blick auf den Tyne, die Brücken und Newcastle. Das Restaurant in der obersten Etage ist auch einen Besuch wert.

Wie viele große Englische Städte verfügt Newcastle über eine wunderschöne Kathedrale, die man kostenlos besichtigen kann.

Dass es in Newcastle wieder diverse Möglichkeiten zum Shopping sowie auch eine historische Markthalle gibt, muss ich vermutlich gar nicht  erwähnen. Uns hat der Besuch auf jeden Fall viel Spaß gemacht. Aber wir müssen weiter . Nächstes Ziel:

Hadrians Wall

Unsere Camp Site liegt mitten in der Natur, zwischen grünen Wiesen, auf denen Schafe und Kühe weiden. Vogelgezwitscher und -geflatter überall um uns herum. Vor unserem Camper lauern kontinuierlich zwei Enten, die sich vermutlich ein wenig Futter von uns erhoffen. Die Camp Site ist nur einen kurzen Fußweg von den Überresten der von den Römern im zweiten Jahrhundert erbauten Grenzbefestigung, dem Hadrians Wall, entfernt. Wir ziehen uns daher nochmal etwas festes Schuhwerk an und machen den 20 minütigen Walk zu diesem Denkmal der Geschichte. Es ist weit und breit kein Mensch zu sehen, wir haben die wunderschöne Landschaft für uns ganz alleine, abgesehen von den Kühen und Schafen, deren Felder wir passieren müssen. Aber die bleiben völlig unbeeindruckt. Es ist herrlich.

Am nächsten Tag geht es nach einem ausgiebigen Frühstück wieder zurück Richtung Süden mit einem Zwischenstopp im:

Lake District

Der Lake District, gilt als einer der schönsten Nationalparks Englands. Zu recht. Landschaftlich ist die bergige Umgebung mit den großen Seen äußerst reizvoll.

Wir wollen eine kleine Wanderung auf den Cat Bell Gipfel machen. Was zunächst total easy aussieht, ist gar nicht mal sooo leicht. Kurz vor dem Gipfel ist es doch ein ziemliches Gekraxel. Aber das Gipfelerlebnis ist es dann doch wert. Die Ausblicke sind fantastisch. Der Wind haut einen geradezu um. Das hat Spaß gemacht. Schade, dass wir nur diesen einen Tag haben, aber wir müssen weiter. Die nächste Station ist eine Campsite in Bury – vor den Toren Manchesters.

Der Burrs Country Caravan Club ist gut besucht. Mit knapp 44 Pfund pro Nacht ist er bislang der teuerste Campinplatz unserer Reise. Am Empfang wird man – wie bei allen anderen Campingplätzen zuvor – auch wieder total herzlich in Empfang genommen. Wir dürfen uns einen freien Stellplatz aussuchen. Im Hintergrund sehe ich Bahnschienen. Was? Womöglich noch Güterverkehr mitten in der Nacht? Nein, einige Zeit nach der Ankunft ertönt ein lautes Pfeifen: eine alte Dampflokomotive fährt direkt an der Camp Site vorbei. So etwas sieht man nicht alle Tage und ist ein absolutes Highlight. 

Plan für den nächsten Tag war ursprünglich der Besuch von Manchester, doch spontan disponieren wir um und besuchen die Geburtsstadt von Englands größtem Musikexport aller Zeiten, den legendären Beatles. Richtig, es geht nach:

Liverpool

Liverpool liegt am River Mersey, der direkt dort in die Irische See mündet. Es ist eine Stadt am Wasser, mit tollen Möglichkeiten zu flanieren. Besonders schön ist der Bereich um die Royal Albert Docks, mit vielen Museen und Ausstellungen. In Liverpool sollte man unbedingt durch die Mathew Street gehen. Hier befindet sich der „Cavern Club“ in dem die Beatles ihren ersten Auftritt hatten. Wir waren auf einem Samstag gegen Mittag dort und es wurde dort bzw. in den Clubs und Pubs der Straße bereits ausgiebig gefeiert. Was für eine Stimmung!

Nachmittags geht es weiter Richtung Süden nach Telford. Hier übernachten wir mit unserem Camper auf dem Parkplatz des Cuckoo Oaks, einem kleinen Pub. Abends gibt es dort noch reichhaltig zu essen und auch die Bierkarte wird durchprobiert. Im Hintergrund findet ein Karaoke-Abend statt. Kein schlechter Ort zum Versacken, zumal wir ja nur wenige Schritte bis zu unserem Schlafgemach haben.

Die Nacht auf dem Parkplatz ist okay. Morgens gegen 9:00 Uhr öffnet der Pub wieder und für uns gibt es ein Full English Breakfast. Jepp, ich glaube dieses eine reicht für den kompletten Urlaub.

Nach dem Frühstück fahren wir weiter nach:

Ironbridge

Hier befindet sich eine im 18. Jahrhundert errichtete Eisenbrücke über den Fluss Severn. Es ist die erste Brücke, die aus Gusseisen errichtet wurde und ist UNESCO Welterbe. Die Brücke, der kleine Ort um die Brücke, sowie die grüne Umgebung am Fluss sind traumhaft.

Wenn man etwas mehr Zeit mitbringt, kann man hier diverse Museen besuchen, in denen es wohl hauptsächlich um die Industrialisierung geht, oder wie wäre es mit einer Kanu-Tour auf dem Severn?

Für uns aber geht es weiter. Ab in die große Stadt – es geht nach:

London

Lee Valley Leisure Park, Edmonton, London

Unser Campingplatz befindet sich etwas außerhalb im Stadtteil Edmonton. Als wir uns dem Platz nähern, fahren wir durch ein Industriegebiet, vorbei an großen Lagerhallen und Entsorgungsbetrieben.  Nächste Abzweigung ist der Lee Valley Leisure Park – ein großer Sportpark inklusive Golfplatz, sowie unserer Camp Site. Der Check-Inn war wieder sehr unkompliziert und freundlich. Wir bekommen einen Pitch nur wenige Meter von den sanitären Anlagen entfernt, was nicht unpraktisch ist. Der Camping Platz passt in die trostlose Umgebung. Der Rasen ist vertrocknet. Kein größerer Baum weit und breit. Camper und Wohnwagen stehen aufgereiht in sengender Hitze. Die sanitären Anlagen, naja. Aber okay, der Platz ist mit knapp 25 GBP pro Nacht sehr günstig und ein guter Ausgangspunkt für unsere Ausflüge in das Zentrum von London. Wir werden hier drei Tage übernachten.

Nach Ankunft machen wir uns zu Fuß auf dem Weg nach Edmonton Green, wo sich ein Einkaufszentrum sowie eine Filiale der Discounterkette Lidl befinden. Hier können wir uns nochmal gut und günstig mit Lebensmitteln eindecken. Der Weg führt uns durch eine trostlose Vorstadt. Die Straßen sind gesäumt von Reihenhäusern, die zum großen Teil in einem desolaten Zustand sowie ziemlich vermüllt sind. Es ist kein sonderlich schöner Ort.

City of London

Am nächsten Morgen geht es in die City. Wir benutzen dazu die Londoner Verkehrsbetriebe (TFL). Die Bezahlung kann kontaktlos erfolgen. Hierzu kann man sich an den Bahnhöfen mit seiner Kreditkarte oder anderen kontaktlosen Zahlungsmitteln einchecken. Anhand der Bewegungsdaten, werden die Fahrtkosten ermittelt und schließlich vom Konto abgebucht.  Kein schlechtes System, vorausgesetzt, dass Kreditkarte und Co. akzeptiert werden. Alternativ kann man sich eine sogenannte Oystercard zulegen, auf der man Guthaben einzahlen kann, was sich aber für zwei Tage meines Erachtens nicht wirklich lohnt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass man sich an den Automaten Papiertickets holt. Ein Tagesticket für die Zone Edmonton Green bis City of London kostet umgerechnet knapp 17 EUR, das finde ich schon recht happig im Vergleich zu unseren Preisen für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Ansonsten muss man wirklich sagen, dass das Verkehrsnetz unglaublich gut ausgebaut ist und in sehr engen Taktzeiten fährt. Das führt auch dazu, dass Underground, Overground, Railway und Busse – zumindest auf den Strecken auf denen wir unterwegs sind – nie großartig überfüllt sind. Das Tragen einer Maske wird in England nur noch empfohlen. Kaum einer trägt die Maske noch. Uns erschien es jedoch trotzdem sicherer, in Bereichen wo viele Menschen unterwegs sind, sowie in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske aufzusetzen.

Buckingham Palace

Gegen kurz nach 10 erreichen wir die Haltestelle Green Park. Wir werden es also pünktlich zum Change of Guards am Buckingham Palace schaffen.

Am Buckingham Palace tummeln sich die Menschen bereits an den Absperrungen. Dutzende Polizisten überwachen das Treiben und sorgen dafür, dass die Touristenmassen die Absperrungen nicht übertreten oder irgendwo im Weg stehen. Es ist aber total entspannt. Man merkt, dass es deren Daily Business ist. Ich frage einen Polizisten, von wo aus man einen guten Blick auf die Parade hat. Mit vorbildlicher Englischer Höflichkeit erklärt er, wo die Wachen reinlaufen, wo sie rauskommen und imitiert dabei absolut großartig mit einer „Lufttrompete“, wo das „Tätä“ erfolgt.

Um kurz vor 11 trifft schließlich die „Old Guard“ musikalisch begleitet von einer Militärkapelle ein und platziert sich auf dem Hof des Buckingham Palace. Kurze Zeit später trifft die „New Guard“ in roter Kleidung mit den typischen Bärenfellmützen, ebenfalls musikalisch begleitet, auf dem Vorplatz des Buckingham Palace ein. Leider ist meine Sicht so eingeschränkt, dass ich nicht wirklich sehen kann, was auf dem Vorplatz des Buckingham Palace passiert oder welche Kapelle gerade spielt. Nach klassischer Marschmusik ertönt auf einmal die Titelmusik von Rocky. Sehr cool. Die großartige Musik tröstet über die eingeschränkte Sicht hinweg. Nach förmlicher Übergabe ziehen die Guards, bis auf die aktuell Dienst habenden, wieder von Dannen. Ein lohnenswertes Spektakel.

Westminster Abbey

Anschließend geht es Richtung Westminster Abbey, eine der wohl bekanntesten Kirchen Großbritanniens, vielleicht sogar weltweit. Das Westminster Abbey dient nicht nur als Kirche für die Krönung der britischen Könige, viele ehrwürdige Briten, auch abseits des Adels wurden in der Kirche beigesetzt. Unzählige Tafeln, Gedenksteine und Skulpturen, erinnern an diese Menschen. Das Westminster Abbey ist von außen und innen ein absoluter Prachtbau und sehr sehenswert. Der stolze Eintrittspreis von 25 GBP pro Person – immerhin inklusive Audioguide – sind gut investiertes Geld.

Big Ben

Es geht weiter Richtung Elizabeth Tower, besser bekannt als Big Ben. Der Turm gehört zum Palace of Westminster, wo sich das britische Parlament befindet. Nicht verwunderlich also, dass dort ein paar Paparazzi lauern. Da wir schon in der Nähe sind führt uns unser Spaziergang weiter Richtung Downing Street. Der Eingang in die Straße ist jedoch noch besser bewacht, als der Eingang zum Buckingham Palace.

Themse / Tower Bridge

Wir schlendern also weiter. Kehren zum Mittag in eine Pizzeria ein, bevor wir uns ans Nordufer der Themse begeben. Hier trinken wir noch einen kleinen Eiskaffee und spazieren dann durch die Victoria Embankment Gardens, bevor wir über die Waterloo Bridge auf die Südseite der Themse wechseln.

Wir folgen dem Weg entlang der Themse, kommen hierbei vorbei an vielen interessanten Gebäuden z. B. eines ehemaligen Kratfwerk Gebäudes, in dem sich nun die Tate Modern befindet, sowie dem Globe Theater, welches bekannt für die Aufführung von Shakespeare Stücken ist. Es gibt Bereiche mit Essensständen, Foodtrucks und Bars. Hier lässt es sich gut verweilen. Es ist eine beliebte Spaziermeile. Wir folgen dem Weg bis zur Tower Bridge. Wir überqueren die Tower Bridge und schauen uns den Tower of London zumindest noch von außen an, bevor wir uns die nächste Bahnstation suchen um zurück nach Edmonton zu fahren.

Tate Gallery for Modern Art

Unseren zweiten Tag in London wollen wir etwas entspannter angehen lassen. Wir frühstücken daher in aller Ruhe auf dem Camping Platz bevor es wieder losgeht. Wir fahren zur Haltestelle Blackfriars, die sich auf einer Brücke direkt über der Themse befindet. Von hier sind es noch 5 Minuten Fußweg bis zur Tate Gallery for Modern Art – kurz Tate Modern. Der Eintritt in die Galerie ist kostenlos, eine Spende ist natürlich willkommen.  Die Tate Modern bietet eine interessante Ausstellung moderner Kunst, von Gemälden, über Fotografien, Skulpturen, Filmen bis hin zu komplexen Installationen. Auch sehr bekannte Künstler wie Max Beckmann oder Piet Mondrian sind hier vertreten. Ein Besuch ist total empfehlenswert, allein schon wegen der interessanten Architektur des ehemaligen Kraftwerks.

Camden

Nach dem kleinen Ausflug in die moderne Kunst, geht es weiter zu einem weiteren kulturellen Ort, der anderen Art. Es geht in den bunten Stadtteil Camden. Camden ist das alternative Viertel Londons. Es ist ein bunter Stadtteil mit vielen kleinen Läden, die von Vintage-Klamotten bis hin zu Schallplatten allerlei Kuriositäten anbieten. Ein Mekka der Subkultur. Besonders interessant fanden wir den Laden Cyberdog. Hier kann man einfach nicht vorbei gehen. Die pulsierende Techno Musik, das alienartige Interieur, Schwarzlicht und Neonfarben – es zieht einen in Seinen Bann. Auch als Nichtraver lohnt es sich, hier mal reinzuschauen.

Mittagessen kann man in Camden auch ganz prima. Als wir an der Haltestelle aussteigen springt mir sofort die Filiale von Leons Natural Fastfood ins Auge. Ich liebe die Kochbücher von Leons, aus diesem Grund müssen wir hier essen – und ja, es ist auch wirklich köstlich. Natürlich bietet Camden, speziell auch der Camden Market viele weitere Möglichkeiten um zum Essen einzukehren.

Zum Abschluss des Tages kehren wir noch in der Camden Beer Hall ein. Wir bestellen uns eine Auswahl von 5 Bieren zur Verkostung und versuchen mit Hilfe der Bierbeschreibungen sowie unserem Geschmackssinn rauszufinden welche Auswahl uns kredenzt wurde. Sören schafft es immerhin zwei Biere richtig einzuordnen. Hervorragend geschmeckt haben sie alle.

Am nächsten Tag verlassen wir den Campingplatz in London und fahren zu unserem letzten Ziel der Tour, dem Hafenort:

Folkestone

Folkestone befindet sich etwa 10 km entfernt von Dover, von wo am nächsten Tag unsere Fähre ablegt. Es ist ein schöner sehenswerter Fischerort. Genau richtig um den Urlaub entspannt ausklingen zu lassen.

Abends kehren wir in dem Pub The Valiant Sailor ein, wo wir überraschenderweise während der Steak Night eines der besten Essen des ganzen Urlaubs bekommen, endlich nochmal einen Pimm’s No 1 probieren können und ganz entspannt auf dem Parkplatz des Pubs übernachten dürfen, bevor wir am nächsten Morgen die Fähre nach Dünkirchen nehmen.

Goodbye, England – hope to see you again soon!

Eine Antwort auf „England, here we come!“

  1. Mal wieder ein sehr gut gelungener Reisebericht. Man fühlt sich wie dabei gewesen , auch die schönen Fotos tragen dazu bei. Gerne mehr davon.

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