Tulpenmanie und Hyazinthen-Hype in Holland

Es gibt bestimmte Dinge im Leben, die sollte man mal erlebt oder gesehen haben. So verhält es sich auch mit den unzähligen Feldern von Frühlingsblühern in Holland.

Wir fahren für ein verlängertes Wochenende an die holländische Nordsee-Küste nahe der kleinen Stadt Den Helder, um selber mal einen Blick auf das bunte Blumenmeer werfen zu können. Als wir abends gegen 22 Uhr unsere Unterkunft erreichen, ist es dunkel. So lässt sich nicht einmal erahnen, was uns am nächsten Tag erwartet: eine Feriensiedlung eingerahmt in strahlend bunten Feldern von Hyazinthen, Narzissen und Tulpen. Okay, von den Tulpen ist bislang lediglich das Blattwerk erkennbar. Es ist Mitte April und die Temperaturen liegen um die 10°C. Darum ist es der Tulpe vermutlich noch ein wenig kalt um sich in ihrem Blütenkleid zu zeigen.

Keukenhof

Doch Holland in dieser Jahreszeit ohne Tulpen? Das wäre wie ein Waldspaziergang ohne Bäume. Wir fahren daher ins etwa 100 km entfernte Lisse und besuchen die must-see Attraktion: den bekannten Keukenhof. Der Keukenhof ist ein riesiger Park, wo seit 1950 Blumenzwiebelzüchter ihre Kreationen vorstellen. Die Schau läuft etwa 8 Wochen von Ende März bis Mitte Mai.

Neben sehr dekorativ angelegten Außenflächen gibt es große Gewächshäuser, in denen die unterschiedlichsten Tulpensorten präsentiert werden. Neben uns schieben sich unzählige weitere Touristen durch die Schauen. Wir sind an einem Freitag dort – kaum vorstellbar, wie hoch der Andrang an einem Samstag oder Sonntag sein muss. Die Vielfalt an Tulpen in Bezug auf Form, Farbe, und Größe ist beeindruckend.

Wir schlendern über das Gelände. Es gibt so viel mehr, als Tulpen zu sehen. Auf dem Gelände steht eine Windmühle, von der man eine gute Aussicht auf die umliegenden Felder hat – und tatsächlich: wir entdecken ein rot leuchtendes Tulpenfeld. Nach der Blüte werden die Felder übrigens abgemäht, damit sich die Kraft der Pflanze in der Zwiebel sammelt, die dann im Sommer geerntet und für den Verkauf vorbereitet wird.

Infos zum Keukenhof: Eintritt: 18,00 EUR pro Person / Parkplatz: 6,00 EUR. Empfehlenswert ist ein Besuch unter der Woche, da es dann weniger überlaufen ist.

Zaanse Schans

Auf dem Rückweg legen wir noch einen Zwischenstopp in der Zaanse Schans ein. In dem Dorf, das ein wenig an ein Freilichtmuseum erinnert, wird alte holländische Handwerkskunst gelebt und präsentiert. Neben alten Häusern, Werkstätten und Läden, stehen auf dem Gelände mehrere Mühlen, die besichtigt werden können. Der Ort ist idyllisch, wenn auch touristisch ein wenig überlaufen.

Infos: Besuch des Dorfes ist kostenlos. Parkplatz: 10 EUR / Eintritt in die Mühlen 4 EUR pro Person / Mühle. In der Käserei kann man nach Lust und Laune Käse probieren und erwerben.

Julianadorp Strand

Am nächsten Morgen gehen wir zum Strand von Julianadorp. Vorbei an den wunderschönen Hyazinthenfeldern. Der intensive Duft strömt in unsere Nase. Wir passieren die Dünen und befinden uns an einem ewig langen Sandstrand. Es weht eine steife Brise. Am Strand steht eine lange Reihe mit kleinen Ferienhäusern. Wahrscheinlich eine tolle Gelegenheit, mal das Leben in einem Tiny House zu testen – und dann auch noch mit direkten Zugang zum Meer. Sehr cool. Wir besuchen ein hippes Strandlokal in der nähe und gönnen uns einen Kaffee um uns aufzuwärmen.

Alkmaar

Anschließend besuchen wir die kleine Stadt Alkmaar, die 50 km nördlich von Amsterdam zwischen Nordsee und Ijsselmeer liegt. Alkmaar hat eine wunderschöne Altstadt mit vielen kleinen Gassen und Geschäften, durch die es sich gut bummeln lässt. Auch das typisch holländische Grachtenflair können wir in Alkmaar bei einer leckeren Waffel genießen.

Bekannt ist Alkmaar für den wöchentlichen Käsemarkt auf dem großen Marktplatz, wo sich auch das Käsemuseum befindet. Den Käsemarkt haben wir zwar verpasst, allerdings sind innerhalb der Stadt diverse Marktstände aufgebaut, wo es Käse, Fisch, Blumen und diverse andere Utensilien zu erwerben gibt. Der Duft zieht mich zu einem Stand, wo frisch gebackene Stroopwafels (Sirupwaffeln) angeboten werden. Eine typisch holländische Spezialität. Mir wird eine Waffel zum Kosten angeboten. Mmmh, sehr süß, aber lecker. Ich nehme direkt eine Tüte mit.

Fort Kijkduin

Am nächsten Morgen fahren wir nach Den Helder. Wir besichtigen zunächst Fort Kijkduin, eine von Napoleon errichtete Festung. Der Ausblick von der Festung ist gut, allerdings wirkt der Ort ziemlich heruntergekommen. Es ist geöffnet. Durch die Drehtür kommt man in das Foyer des Museums. Durch eine Undichtigkeit tropft Wasser von der Decke direkt in einen Schaukasten. Es ist kein Mensch weit und breit zu sehen, die Szenerie erinnert ein wenig an einen Zombie-Film.

Den Helder

Wir verlassen das Gebäude wieder und fahren zum Marine-Museum von Den Helder. Hier kann ein U-Boot besichtigt werden, allerdings ist das Museum noch geschlossen als wir ankommen. Wir besichtigen den Museumshafen Willemsoord und werfen einen Blick in ein riesiges Trockendock, wo ein altes Schiff der niederländischen Marine aus dem 19. Jahrhundert – die Bonaire – zur Restaurierung liegt.

Damit gehen drei interessante und abwechslungsreiche Tage in Holland zu Ende und wir treten die Heimfahrt an, mit dem guten Gefühl die bunten Blumenfelder gesehen zu haben.

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