The Beach – Koh Phi Phi

Koh Phi Phi  ist wieder so ein Ort, der seine Bekanntheit und den damit verbundenen Tourismus Hollywood zu verdanken hat.

Genauer gesagt, dem Film “The Beach” mit Leonardo DiCaprio, der einen paradiesischen Aussteiger-Ort zeigt und der tatsächlich in einem Teil von Koh Phi Phi gedreht wurde. “The Beach” zu sehen ist auch wieder so eine Bucket List-Geschichte.  Der Film und auch die Buchvorlage von Alex Garland sind ebenfalls zu empfehlen und machen neugierig auf die Kulisse.

Wir verlassen die Fähre und checken auf Koh Phi Phi ein. Jeder Besucher muss eine kleine Umweltprämie beim Betreten der Insel zahlen. Am Fähranleger warten schon jede Menge Hotelmitarbeiter mit Handkarren um Gäste abzuholen, denn Autoverkehr gibt es auf Koh Phi Phi nicht. Unser Hotel ist nicht dabei, da wir unsere Ankunftszeit nicht bekannt gegeben haben, aber zu Fuß ist das Hotel nicht mal 10 Minuten vom Fähranleger entfernt, soweit können wir unsere Taschen auch selber tragen. Die Mama Beach Residence liegt auf der Westseite von Koh Phi Phi direkt am Meer. Wir checken im Hotel ein. Das Zimmer ist ganz in Ordnung. Anschließend gehen wir ins Hotel-Restaurant um etwas zu essen. Das Curry dort schmeckt hervorragend.

Was die Preise auf Phi Phi angeht muss man sagen, dass diese etwas höher sind, als in anderen Ecken von Thailand, aber letztendlich für unser Verhältnisse immer noch günstig.

Am Abend schlendern wir durch die Partymeile auf der Strandseite gegenüber vom Tonsai-Pier. Hier tobt das Nachtleben. Wir finden einen Sitzplatz bei der Slinky Bar. Wir bestellen uns ein Singha Bier und beobachten die waghalsige Feuershow auf der Bühne vor uns. Nach Ende der Show wird eine Limbo-Stange aufgebaut und ja, es gibt Gratis-Shots für jeden Freiwilligen, für eine Topless-Show sogar einen kompletten Bucket, man könnte sagen, das Niveau sinkt gleichzeitig mit der Limbostange. Nun gut, wir ziehen weiter. Gegen 23 Uhr schließen in Tonsai die Restaurants und es kehrt langsam Ruhe ein.

Am nächsten Morgen lernen wir das Frühstück im Hotel kennen, und es ist absolut hervorragend, so dass ich es hier unbedingt erwähnen muss. Es ist ein kleines Buffet mit ganz tollen Backwaren: Croissants, Quiches (süß und herzhaft), Clafoutis, Pancakes, Crepes, Muffins, frisches Obst und lecker zubereiteter Obstsalat, Marmeladen, Reis-Porridge, Säfte. Besonderes Highlight für mich die hausgemachte Schoko-Erdnussbutter – ein Traum. Weiteres Highlight: der Cafe Latte, der aus frischen Bohnen zubereitet aus einem Kaffeevollautomaten kam. Endlich mal etwas anderes als der sonst so übliche Instant-Kaffee. Das Frühstück wird im Hotelrestaurant eingenommen, von  dem man einen tollen Blick auf den Strand hat.

Nach dem Frühstück leihen wir uns ein Kajak (400 Baht / 3 Stunden) und paddeln zum bekannten Monkey Beach, nicht um Bekanntschaft mit Affen zu machen, sondern um von dort schnorcheln zu gehen. Wir befestigen also das Kajak am Strand, unter dem neugierigen Blick eines kleinen Affen, der mich dazu animiert alle Sachen, die wir am Strand lassen noch ein wenig besser am Boot zu befestigen, und begeben uns zum Schnorcheln ins Wasser. Ja, wir sehen einiges an bunten Fischen, aber das war es im Prinzip auch schon. Nach einer knappen halben bis dreiviertel Stunde schwimmen wir zurück zum Strand. Unser Kajak ist mittlerweile von der einsetzenden Flut unterspült. Gut, dass wir es vernünftig befestigt hatten.

Wir paddeln zurück zum Tonsai Beach. Wir machen es uns zur Challenge, alles was wir an Müll im Wasser treiben sehen raus zu fischen und an Land ordnungsgemäß zu entsorgen.

Am Abend machen wir uns auf zum Phi Phi Viewpoint, von dem man einen traumhaften Ausblick auf die Westseite von Phi Phi hat und damit einen traumhaften Sonnenuntergang erleben kann. Der Weg zum Viewpoint ist ein wenig anstrengend, aber wenn die Steile Treppe erstmal geschafft ist, ist der Rest ein Klacks. Für den Viewpoint wird ein kleines Eintrittsgeld fällig, aber dafür ist die Anlage um den Viewpoint wirklich auch super gepflegt. Es gibt oben einen kleinen Kiosk, wo man sich erfrischen kann. Weiterhin gibt es ein klimatisiertes Restaurant, von dem man ebenfalls eine tolle Aussicht hat. Da es noch eine Weile bis zum Sonnenuntergang dauert, setzen wir uns in das Restaurant und genießen einen fantastischen Iced Mokka. Der Viewpoint füllt sich immer weiter mit Menschen. Zum Sonnenuntergang suchen wir uns wieder ein Plätzchen auf der Aussichtsplattform. Hier beobachten wir, wie die Sonne hinter den Felsen verschwindet und Koh Phi Phi in Dunkelheit hüllt. Wieder im Hotel angekommen machen wir es uns im hoteleigenen Jacuzzi gemütlich und genießen den Blick in den Sternenhimmel.

Heute heißt es früh aufstehen: wir machen die Early Bird Tour in die bekannte Maya-Bay, welche Drehort für den Film  “The Beach” war. Die Early Bird Tour verspricht, die berühmte Maya Bay zu sehen, bevor der Strand überlaufen von Touristen ist. Treffpunkt ist 6 Uhr am Tonsai Pier. Toller Service, dass unser Hotel uns auf Anfrage am Vortag ein Take-Away-Frühstück vorbereitet hat. Wir haben die Tour vorab über das Internet gebucht für 1450 Baht pro Person inkl. Nationalpark-Gebühr. Auf der Insel habe ich die Tour für 1200 Baht gesehen, wie es mit der Verfügbarkeit aussieht, weiß ich allerdings nicht. Das Speedboot legt gegen 6:30 Uhr ab. In der Maya Bay herrscht zu diesem Zeitpunkt Ebbe, daher nähern wir uns von einem hinteren Eingang, den wir passieren. Nun stehen wir in der berühmten Maya Bay – noch ohne große Mengen an Menschen, aber dafür Ebbe, Schlick und Steine anstatt des türkisblauen Meeres. Die von hohen Felsen eingefasste Bucht ist natürlich schon etwas besonderes, doch verliert diese Besonderheit aufgrund der kommerziellen Situation und der Massenabfertigung mit Speedbooten und massenhaft Longtails doch irgendwie ihre Magie. Wenn es nicht zum gefühlten Pflichtprogramm gehören würde, dann hätte man es sich meiner Meinung nach sparen können. Nachdem die Bay sich langsam mit Wasser füllt, werden wir von unserem Speedboot dort abgeholt. Wir fahren weiter zu einem Schnorchelspot, an dem sich Haie beobachten lassen, diese haben wir auch tatsächlich gesichtet. Anschließend geht es weiter in die Phileh Lagoon, wo wir einen Schwimmstop machen. Die Pileh Lagoon erscheint uns deutlich attraktiver als die Maya Bay. Schnorcheln kann man hier allerdings nicht. Nun sitzen wir auf einem Boot, das mit seiner dröhnenden Musik den Nationalpark beschallt. Die Leute finden es scheinbar cool. Ich finde nach wie vor, so etwas gehört nicht in einen Nationalpark und habe das Gefühl mit diesem Trip gegen meine eigenen Regeln zu verstoßen.

Wir fahren vorbei an dem Viking Cave, welches so benannt wurde, da in der Höhle eine Wandmalerei von Wikingerschiffen gefunden wurde. Die Höhle ist seit vielen Jahren von einer Familie bewohnt, die sich darauf spezialisiert hat, die Schwalbennester, die dort gebaut werden zu entfernen und zu verkaufen. Der Speichel, den die Vögel erzeugen um die Nester zu bauen, ist in China heiß begehrt und 1 kg davon hat  einen Wert von ein paar Tausend Euro. Die Höhle wird von der Familie daher penibel geschützt unter Umständen wohl auch mit Waffengewalt, wie man uns erzählt. Wir machen schließlich Halt an dem bekannten Monkey Beach. Neben unserem Schiff legt noch eine Vielzahl anderer Schiffe an. Die Affen kommen in Scharen von den Felsen hinab geklettert, da sie damit rechnen von den Besuchern gefüttert zu werden. Das werden sie auch, obwohl es offiziell verboten ist. Wir schauen uns die Angelegenheit aus sicherer Entfernung vom Boot aus an, da mir die Makaken schon bei unserem Kajak-Trip an den Monkey Beach nicht ganz geheuer waren. Wir hören lautes Gekreische, da die Affen teilweise von den Felsen aus auf die Besucher springen, die in Gruppen davor stehen. Ich schätze die sichere Distanz auf dem Boot. Monkey Beach war der letzte Halt. Um 10:30 legt das Boot wieder am Tonsai Pier an.

Den restlichen Tag baden und relaxen wir am Hotelstrand.

Tag 4 auf Koh Phi Phi: um kurz nach sechs stehe ich auf, schnappe mir die Kamera und gehe an den Hotelstrand um die aufsteigende Sonne zu fotografieren. Was für eine Ruhe, die einen um diese Zeit am Strand erwartet. Es ist Ebbe. Ich gehe etwas raus durch den Schlick und sammle herumliegenden Müll auf, den das Meer angespült hat. Langsam ertönt das Knattern der ersten Longtail-Boote die ablegen.
Nach einem wieder mal sehr ausgiebigen und leckeren Frühstück im Hotel haben wir unsere Strandsachen gepackt und eine schöne Doppelliege am Hotel-Strand besetzt. Die Liegen bieten eine perfekte Aussicht auf den Strand und die Marina, aber wer hier Ruhe erwartet ist falsch. Motorengeräusche der Longtails, Speedboote und Fähren sind allgegenwärtig und überdecken ein wenig  das meditative Rauschen, der sich am Strand brechenden Wellen. Trotzdem ist der Platz unter der großen Pinie perfekt: schattig und eine sanfte Brise. Diesen Morgen entschließe ich mich für eine Thai-Aromaöl-Massage in einem nahegelegenen Strandpavillon. Die einstündige Massage kostet 400 Baht, was umgerechnet etwas über 10 € entspricht. Die Massage ist ein Traum. Die Masseurin findet gefühlt jede einzelne Verspannung und versucht diese gekonnt weg zu massieren. Die Aromacreme erinnert vom Geruch ein wenig an Tigerbalsam, ist aber nicht ganz so stark, trotzdem aber erfrischend und kühlend. Nach der Massage gehe ich zurück auf mein Plätzchen am Strand. Es ist etwa 11 Uhr. Nun beginnt die Zeit, in der ein Speedboat nach dem anderen in der Nähe unseres Strandes anlegt und unzählige Touristengruppen, in der Mehrheit vermutlich chinesischer Herkunft, auf die Insel entlässt. Ein interessantes Treiben. Der Beachboy unseres Hotels hat es schwer, die Liegen und schattigen Sitzplätze des Hotels vor den fremden Touristen zu schützen. Gegen Mittag bestellen wir uns noch einen Snack in der Beachbar  und machen uns danach fertig für ein weiteres Highlight unseres Aufenthalts: der Phi Phi Ley Schnorcheltour.
Nachdem das Schnorcheln auf der Speedboat-Tour zur Maya Bay für unsere Bedürfnisse ein wenig zu kurz geraten war, haben wir bei der Tauchschule Adventure Club die Phi Phi Ley Schnorcheltour gebucht. Preis: 1100 Baht pro Person. Dauer 4 Stunden. Equipment (Maske, Schnorchel, Flossen, Wetsuit) bekommt man komplett gestellt. Maximale Teilnehmerzahl 7 Personen. Die Gruppe wird von einem erfahrenen Tauchlehrer begleitet und geführt. Schon an dem ersten Riff an dem wir mit dem Longtailboot halten, können wir atemberaubende Korallen, viele typische Rifffische und einige Haie erblicken, die völlig unbeeindruckt an uns vorbeischwimmen. Wir entdecken wunderschöne Seeanemonen mit ihren typischen Bewohnern, den Clownfischen, wir sehen kleine Zackenbarsche und einen Skorpionfisch, der allerdings einige Meter von uns entfernt auf dem sandigen Meeresgrund verweilt. Genau so habe ich mir die Wasserwelt von Thailand vorgestellt. Wir machen eine Pause in der Phileh Lagoon. Die Touristenströme nehmen glücklicherweise zum Nachmittag hin ab, so dass wir – abgesehen von einem Boot mit lauten Party-Touristen – die Stille innerhalb der Lagune ein wenig genießen können. Die Nachmittagssonne, lässt die vielfarbigen Kalksteinformationen besonders schön leuchten. Wir fahren kurz in die Maya Bay, verweilen allerdings nur einen kurzen Moment dort und verlassen die Bucht wieder. Wir schnorcheln auf offener See, entlang an einer großen Riffkante. Unter uns können wir wieder, diesmal etwas größere, Schwarzspitzen-Riffhaie sehen. Wir nehmen noch einen weiteren Schnorchelspot wahr und hoffen darauf eine Schildkröte entdecken zu können. Das ist nicht passiert, dafür habe ich noch ein paar anmutig schwebende Calmare sowie einen riesigen Einsiedlerkrebs gesehen. Es war ein lohnenswerter Ausflug, der unseren Bedürfnissen an ein angemessenes Verhalten in einem Nationalpark mehr entgegenkam als die vorher gemachte Speedboat Tour. Weiterhin konnten wir tolle Schnorchelspots sehen, die wir auf eigene Faust nie entdeckt hätten. Absolut zu empfehlen!

Das war auch schon unser letzter Tag auf Phi Phi am nächsten Tag geht es weiter zu unserem letzten Ziel: Railay Beach.

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