Nach einem von Schnee und Dauerfrost geprägten Start in das neue Jahr sehnen wir uns nach Wärme und Sonne. Nach kurzer Recherche steht fest: Auch in diesem Jahr wird Fuerteventura der Ort sein, an dem wir unsere sonnenhungrigen Akkus wieder aufladen.
Royal Palm, Playa Esquinzo
Wir entscheiden uns erneut für das Royal Palm Hotel im Süden der Insel, das uns im letzten Jahr sehr gut gefallen hat. Die Lage an einem der schönsten Strände Fuerteventuras, die Annehmlichkeiten des Hotels sowie die kulinarischen Highlights beim Frühstücks- und Abendbuffet haben uns einfach überzeugt.


Elektrisch unterwegs auf Fuerteventura
Da „Eat–Sleep–Chill–Repeat“ für uns nicht unbedingt einen erfüllten Urlaub ausmacht, leihen wir uns wieder einen Mietwagen, um flexibel die Umgebung erkunden zu können. Dieses Mal wagen wir ein Experiment und entscheiden uns für ein Elektroauto.
Um es vorweg zu nehmen: die Ladeinfrastruktur auf Fuerteventura ist definitiv ausbaufähig.
Der erste Ladeversuch an einer Repsol-Säule bei einem nahegelegenen Mercadona-Supermarkt ist regelrecht frustrierend. Die Bedienung der App gestaltet sich schwierig, da sie ausschließlich auf Spanisch verfügbar ist. Wenigstens eine englische Übersetzung darf man sich in dieser Tourismus-Hochburg doch eigentlich wünschen. Auf die angegebene Ladeleistung von 22 kW kommen wir bei weitem nicht. Bei unserem Ladevorgang beträgt sie gerade einmal 4 kW. Das wäre akzeptabel, wenn man zuhause oder im Hotel über Nacht laden kann. Bei einem dreißigminütigen Supermarktbesuch macht es jedoch keinen Sinn, dafür überhaupt den Ladevorgang zu starten. Lediglich der Preis von 0,25 Euro pro kWh ist im Vergleich zu den meisten deutschen öffentlichen Ladesäulen ziemlich in Ordnung. Das hilft aber wenig, wenn dafür fast nichts im Auto ankommt.
Im knapp fünf Kilometer entfernten Solana Matorral finden wir schließlich eine Ladesäule des Anbieters Endesa, an der wir mit einer Leistung von 60 kW den Akku in angemessener Zeit vollständig laden können. Mit 0,35 Euro pro kWh ist auch das ein attraktiver Preis für DC Laden. Die Station befindet sich vor dem Occidental Jandía Playa, einem äußerlich etwas in die Jahre gekommenen Hotelkomplex.

Während das Auto lädt, vertreten wir uns die Füße – und entdecken zufällig das Schild eines Wanderwegs zum Pico de la Zarza. Klingt interessant. Wird notiert.
Pico de la Zarza
Der Pico de la Zarza ist mit 807 Metern der höchste Berg Fuerteventuras. Die Route startet an einem öffentlichen Parkplatz etwas oberhalb des Occidental Hotels. Die einfache Strecke zum Gipfel beträgt sechs Kilometer – in stetiger Steigung, wobei die Anstrengung gegen Ende deutlich zunimmt.




Meine Pulsuhr speichert den Aufstieg als durchaus anspruchsvolles Cardio-Workout. Der Abstieg fällt entsprechend leichter.
Man bewegt sich auf einer gut ausgebauten Piste, die sich durch die eindrucksvolle Berglandschaft der Insel zieht. Bäume – und damit Schatten – sucht man hier vergeblich. Kopfbedeckung und ausreichend Wasser sind daher unbedingt zu empfehlen.
Belohnt wird man mit einem Blick auf überraschend üppige Vegetation inmitten der ansonsten kargen Landschaft – und schließlich mit dem spektakulären Panorama auf die wilden Strände von Cofete vom höchsten Punkt der Insel aus. Inklusive Pause sind wir knapp vier Stunden unterwegs.



Betancuria
An einem weiteren Tag fahren wir durch das Inselinnere in das kleine Örtchen Betancuria. Es gilt als ältester Ort Fuerteventuras und war in früheren Zeiten sogar Hauptstadt der Insel.

Betancuria ist klein, aber sehr idyllisch – und entsprechend ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen.







Auf dem Weg dorthin machen wir einen Halt am Mirador de Morro de Velosa (die Aussichtsplattform wird allerdings gerade saniert), von dem aus man ebenfalls einen tollen Blick über die Insel hat.






In unmittelbarer Nähe stehen die beeindruckenden Bronzefiguren von Guise und Ayose, den Herrschern Fuerteventuras vor der Eroberung durch Jean de Béthencourt Anfang des 15. Jahrhunderts.

Wetterumschwung
Zur Wochenmitte frischt der Wind auf Fuerteventura deutlich auf. Am Strand von Jandía türmen sich meterhohe Wellen. Die Surfer lieben es – Badegäste sollten angesichts der roten Fahnen besser nicht ins Wasser gehen.


Am Donnerstag gibt es eine gelbe Wetterwarnung für nahezu alles: Sturm, Gewitter, Starkregen, Kalima und hohen Wellengang. Aus diesem Grund legen wir einen kompletten Hoteltag ein und entspannen gemütlich am Indoorpool.
Abends beobachten wir, wie eine Gewitterfront über uns hinwegzieht – auch das erlebt man hier nicht allzu oft. Am nächsten Tag sieht es jedoch schon wieder deutlich freundlicher aus.
Küstenwanderung bei La Pared
Es ist weiterhin stürmisch, dennoch entscheiden wir uns für die Küstenwanderung ab der Ortschaft La Pared. Der Weg führt entlang steiler Felsen und Klippen. Das Meer baut sich mit gewaltiger Energie zu riesigen Wellen auf. Es ist ein einziges Donnern und Rauschen.





Trotz relativ großer Entfernung zum Meer beschlägt meine Brille durch die Gischt. Der Weg ist nur spärlich gekennzeichnet. Wir klettern an Felswänden entlang, wo wir glauben, einen Trampelpfad zu erkennen.
Erstaunlich, wie abwechslungsreich diese Felsformationen in Form, Farbe und Textur sind. Wir sind beeindruckt.









Nach sieben Kilometern durch eine faszinierende Landschaft, kehren wir um und gehen entlang einer Piste durch die Dünenlandschaft zurück nach La Pared.

Auch dieser Urlaub hat uns wieder gezeigt, wie abwechslungsreich und interessant Fuerteventura ist. Die Insel hat unsere persönlichen Akkus wieder einmal mit einer konstanten 100-kW-Wohlfühl-Ladeleistung versorgt.
Angesichts des Sturms, der auch am Abflugtag weiter anhält, befürchten wir einen ziemlich ruckeligen Start für den Heimflug. Das soll sich jedoch nicht bewahrheiten. Hin- und Rückflug waren bei diesem Urlaub angenehm ruhig.



Das ist mal wieder ein ganz toller Reisebericht.
Man fühlt sich richtig mitgenommen!