Gran Canaria – für uns war sie lange die Kanareninsel, die uns nach unserem ersten Besuch vor Jahren etwas weniger reizvoll erschien, als die anderen Kanareninseln, die wir bis dahin besucht hatten. Doch der Zufall – oder besser gesagt der günstigste Flugpreis – hat entschieden, dass wir unseren diesjährigen Weihnachtsurlaub auf Gran Canaria verbringen werden. Wird die drittgrößte Insel der Kanaren uns dieses Mal eines Besseren belehren?
Weihnachten in der Sonne: Unser Ankunftstag in Arguineguín
Wir fliegen an Heiligabend mit Lufthansa über Frankfurt nach Las Palmas, wo wir am frühen Nachmittag ankommen. Nach Ankunft und Kofferübernahme holen wir unseren Mietwagen ab – zufälligerweise ein Peugeot 208, wie zuhause, allerdings in der Version mit Verbrennungsmotor und Schaltung. Danach geht es in den sonnigen Süden, nach Arguineguín, einem Ortsteil der Gemeinde Mogán. Für die nächsten sieben Nächte haben wir eine Ferienwohnung über Airbnb gemietet.

Der Host hat den Schlüssel in einem Kasten hinterlegt, sodass wir zeitlich flexibel sind. Wir bringen zunächst schnell das Gepäck in die Wohnung und fahren dann einkaufen, schließlich ist Heiligabend, und wir sind uns nicht ganz sicher, wie die Geschäfte während der Feiertage geöffnet haben. Der Mercadona im nahegelegenen Puerto Rico hat auf jeden Fall bis 19 Uhr geöffnet, sodass wir dort alle wichtigen Besorgungen erledigen können – auch wenn die Gemüseabteilung schon ziemlich leergeräumt ist.
Die Ferienwohnung liegt in einem ruhigen Wohngebiet von Arguineguín. Zum Ortskern, wo auch der Strand ist, gehen wir etwa 15 Minuten zu Fuß. Das Viertel ist vor allem von skandinavischen Urlaubern geprägt – Norweger, Schweden und Dänen scheinen hier besonders die Sonne und das milde Klima zu genießen.


Die Wohnung hat die perfekte Größe für zwei Personen: ein kleines Schlafzimmer, ein Badezimmer und eine offene Küche mit Wohnbereich. Die Küche ist hervorragend ausgestattet, sodass wir uns problemlos selbst versorgen können – sogar der obligatorische Heiligabend-Kartoffelsalat lässt sich hier perfekt zubereiten.



Das Highlight der Wohnung ist definitiv die riesige, teils überdachte Terrasse mit Esstisch, Sofabereich und Sonnenliegen. Den ganzen Tag über haben wir hier Sonne. Es ist ein Genuss, unter freiem Himmel zu frühstücken, aber besonders schön sind die Sonnenuntergänge am Abend – und danach ein kleines Glas Wein unter dem Sternenhimmel.


Erkundungstour durch Arguineguín und die Strände der Südküste
Unseren ersten vollen Urlaubstag beginnen wir mit einer Erkundung der Umgebung. Wir schlendern durch Arguineguín bis zum Hafen. Der Ort war früher ein Fischerdorf, und dieser Charme ist noch immer spürbar, wenn man durch die kleinen Gassen geht. Danach gehen wir die Strandpromenade entlang, von Arguineguín über Patalavaca bis nach Anfi del Mar, und laufen wieder zurück. Das türkise Wasser der Strände und der natürlichen Pools sieht einfach traumhaft aus. Die Strände sind gut besucht, mit vielen Touristen, die ihren ersten Weihnachtstag ebenfalls lieber in der Sonne genießen.







Wanderung zum Roque Nublo
Was Aktivitäten angeht sind wir eher unvorbereitet und haben uns spontan mit Hilfe des Internets eine Liste zusammen gestellt, was wir alles unternehmen können.
Eine Wanderung zum Roque Nublo gehört definitiv zum Pflichtprogramm. Der gewaltige Monolith ist mit einer Höhe von 1.813 Metern der zweithöchste Punkt Gran Canarias und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Insel.
Wichtig zu wissen ist, dass man für den Besuch ein festes Zeitfenster buchen muss, da so der Besucherstrom reguliert werden soll. Zu nachtschlafender Zeit bekomme ich noch ein Zeitfenster für den nächsten Tag zwischen 14 und 15 Uhr.
Mit dem Auto fahren wir über Ingenio in die grüne Bergwelt Gran Canarias – landschaftlich einfach traumhaft. Doch die Straßen sind kurvig und abenteuerlich, was die Fahrt recht aufregend macht.
Die Wanderung beginnt am Parkplatz Cruz de los Llanos und führt uns durch einen Kiefernwald. Wir passieren einen Campingplatz und ein Areal, das vermutlich ein Ferienlager oder Landschulheim sein könnte. Später überqueren wir die Mauer eines Stausees, bevor wir schließlich den offiziellen Zugang zum Roque Nublo erreichen. Hier müssen wir unsere Zugangsberechtigung vorzeigen, um die Schranke zu passieren – kein Problem.







Der Weg geht kontinuierlich bergauf, was alles andere als ein Spaziergang ist. Wolken ziehen auf, was zunächst ziemlich faszinierend aussieht. Leider sind sie gekommen, um zu bleiben. So wird aus unserer Wanderung eine sehr feuchte Angelegenheit bei etwa 6°C. Trotzdem erreichen wir den Roque Nublo, der auf beeindruckende Weise in die Höhe ragt. Der Rundumblick auf Gran Canaria und der Blick auf den schneebedeckten Teide auf Teneriffa bleiben uns leider verwehrt.






Nach kurzer Pause machen wir uns auf den Rückweg und sind froh, als wir endlich den Mietwagen erreichen und die Heizung aufdrehen können. Die gesamte Strecke hin und zurück beträgt etwa 10 km.
Von Altstadt bis Strand: Unser Tag in der Hauptstadt Las Palmas
Heute steht die Hauptstadt Gran Canarias, Las Palmas, auf dem Plan. Mit knapp 400.000 Einwohnern ist Las Palmas die größte Stadt der Kanaren.
Wir parken unser Auto in einem Parkhaus nahe dem Altstadtviertel Vegueta, wo wir auch unseren Stadtrundgang beginnen. Wir schlendern durch die charmanten, engen Gassen, die von alten, farbenfrohen Gebäuden gesäumt sind, bis wir schließlich die Kathedrale Santa Ana erreichen. Direkt gegenüber befindet sich das Rathaus und der Rathausplatz, der festlich mit Weihnachtsdekoration geschmückt ist.





Wir beschließen, die Kathedrale zu besichtigen. Für einen Eintritt von 6 Euro kann man das Innere der Kathedrale sowie das kleine Museum besichtigen und sogar den Turm besteigen. Von dort aus hat man einen wunderschönen Blick auf Las Palmas.





Anschließend bummeln wir noch ein wenig weiter durch die Altstadt, bis wir die Einkaufsmeile Calle Triana erreichen. Die Fußgängerzone ist ebenfalls weihnachtlich geschmückt, und zahlreiche Läden laden zum Shoppen ein. Cafés, Bars und Restaurants bieten den perfekten Ort zum Verweilen und das bunte Treiben zu beobachten.


Die Calle Triana führt uns weiter zum Plaza San Telmo, wo uns ein besonders hübscher Kiosco im Art-Deco Stil auffällt.

Den weiteren Weg in Las Palmas zur Strandpromenade legen wir schließlich per Bus zurück. Wir steigen in der Nähe des Hafen aus und kehren in der Markthalle Mercado del Puerto ein. Schon im Außenbereich sitzen viele Besucher an Tischen, genießen Tapas und passende Kaltgetränke. Wir betreten das schöne , historische, Gebäude. Es wird gesungen, getanzt und geschlemmt. Eine schöne ausgelassene Stimmung. Wir kommen an einem Stand vorbei, an dem gerade ein leckerer Schweinebraten zerteilt wird. Es führt kein Weg vorbei, ein leckeres Bocadillo mit Porchetta zu probieren. Wir verweilen ein wenig in der Markthalle und lassen die fröhliche Stimmung noch ein wenig auf uns wirken.



Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Playa de Las Canteras, einem wunderschönen Strand, der direkt mit der Stadt verbunden ist. Die etwa 3 Kilometer lange Promenade ist gesäumt von Restaurants und Cafés, und es herrscht eine entspannte, lebendige Atmosphäre.
Am Strand angekommen, besuchen wir eine Ausstellung mit Sandskulpturen, die kostenlos zugänglich ist und zur Weihnachtszeit Motive aus der biblischen Weihnachtsgeschichte zeigt. Die beeindruckenden Skulpturen bieten tolle Fotomotive.





Danach schlendern wir die Promenade entlang. Es ist viel los. Schließlich entscheiden wir uns, wieder in die Stadt zu gehen, und kehren in einem kleinen, gemütlichen Lokal ein, wo wir einen köstlichen Burger genießen. Genau der richtige Ort, um sich nach einem langen Tag zu stärken.
Zum Abschluss machen wir uns zu Fuß auf den Weg zurück zum Parkhaus und bekommen noch ein paar Eindrücke von Las Palmas abseits der üblichen Touristenpfade.





Obwohl wir nur einen kleinen Teil von Las Palmas erkunden konnten, hat es uns super gefallen. Wir wissen jetzt schon, dass wir wiederkommen müssen, um noch mehr zu entdecken.
Puerto Mogán – ein süßer Hafen, und die Mogan Mall ein Hafen für Süßes
Heute entscheiden wir uns, es etwas entspannter angehen zu lassen, und fahren nach Puerto Mogán, das nur etwa 20 Autominuten entfernt liegt.
Puerto Mogán wird oft als „Venedig der Kanaren“ bezeichnet, und das aus gutem Grund. Rund um den malerischen Hafen reihen sich kanarische Häuser im traditionellen Stil, alle in sanften Farben und oft von üppigen Pflanzen wie Bougainvillea und Hibiskus umrahmt. Der Ort strahlt eine besondere Eleganz aus, fast wie aus einem Film – alles wirkt gepflegt, ruhig und sehr idyllisch.



Wir bummeln durch die charmanten, engen Gassen und genießen den weiten Blick auf das türkisfarbene Meer.



Auf dem Rückweg legen wir einen Stopp in der Mogan Mall ein, die im benachbarten Puerto Rico liegt. Neben Geschäften für Kleidung, Parfüm, Spielwaren und Schmuck bietet die Mall auch eine Auswahl an gastronomischen Angeboten. Besonders verführerisch ist die Pastelería Yeray Yeres, die mit ihrer ausgefallenen Patisserie lockt. Der Blick in die Auslage ist fantastisch. Wir können nicht widerstehen und gönnen uns jeweils ein köstliches Teilchen sowie einen aromatischen Café con Leche – ein wahrer Genuss, den man sich nicht entgehen lassen sollte.




Wanderung rund um die Caldera de Bandama
Am heutigen Tag möchten wir gleich mehrere Punkte auf unserer Must-See-Liste abhaken und kombinieren daher einige Sehenswürdigkeiten, die nah beieinander liegen.
So brechen wir schon gegen halb acht morgens auf und fahren als erstes zur Caldera de Bandama. Dieser beeindruckende Vulkankrater hat einen Durchmesser von fast einem Kilometer und zählt zu den spektakulärsten geologischen Formationen auf Gran Canaria. Ein Wanderweg führt entlang des Randes und ermöglicht einen Rundgang um den Krater. Von hier aus hat man eine fantastische Aussicht auf das Kraterinnere, das sich mit seinen steilen Wänden und der zerklüfteten Landschaft eindrucksvoll präsentiert.





Während der Wanderung genießen wir das sanfte, warme Morgenlicht und lassen uns Zeit für die knapp dreieinhalb Kilometer. Ein kleines Stück begleitet uns ein freundlicher Hund, der unseren Weg kreuzt und uns für eine Weile Gesellschaft leistet.



Rund um die Caldera de Bandama wird traditionell Wein angebaut – das vulkanische Erdreich bietet ideale Bedingungen für den Anbau von Trauben. Am Ende unseres Wanderwegs erreichen wir die Bodega de Bandama, doch leider ist sie geschlossen, so dass wir in diesem Urlaub nicht in den Genuss eines der edlen Tropfen kommen.
Wir fahren weiter.
Teror – mehr als nur Agua.
Nächstes Ziel ist die Stadt Teror. Der Name war uns seit jeher ein Begriff, da man in vielen Restaurants das Agua de Teror bekommt. In den Bergen rund um Teror gibt es mehrere Quellen aus denen Wasser gewonnen wird, so dass Teror ein wichtiger Ort für die Wasserversorgung der Insel ist.
Daneben punktet Teror mit einer sehr sehenswerten Altstadt und und der beeindruckenden Basilika de Nuestra Señora del Pino, einer der wichtigsten Kirchen auf Gran Canaria.



Wir setzen uns in eines der Cafés ein und gönnen uns unseren ersten Barraquito des Urlaubs.

Kaffee, Kulinarik und Kultur im Valle de Agaete
Nun geht es weiter in den Ort Agaete im Nordwesten der Insel. Hier liegt das Valle de Agaete, ein geschütztes Tal umgeben von hohen Bergen, in dem eine üppige Vegetation herrscht und dessen klimatischen Bedingungen es erlauben Kaffee anzubauen. Die kanarischen Inseln sind der einzige Ort in Europa, wo derzeit Kaffee angebaut und geröstet wird.

Für uns Kaffee-Fans natürlich besonders spannend, also fahren wir zu einer Finca, die Kaffeebohnen verkauft. Zufällig haben wir das Glück, uns spontan einer Führung durch das Gelände anzuschließen. So können wir in einer Umgebung des ewigen Frühlings die Kaffeesträucher sehen, von der ersten Blüte bis hin zur reifen Frucht.



Es werden zwei Sorten angebaut. Neben den Kaffesträuchern, stehen Orangen- und Avocadobäume. Auch Papayas, Mangos und Pomelos werden auf der Finca angebaut. Verschiedene Kräuter finden sich zwischen den Pflanzen und dienen in erster Linie als natürliches Mittel zur Vertreibung von Schädlingen dienen sollen.
Ein ganz besonderer Bewohner der Finca ist der Monarchfalter, der in seinem gesamten Lebenszyklus sehr beeindruckend ist. Dieser Schmetterling fliegt derzeit überall auf der Insel von Blüte zu Blüte. Schon die schwarz-gelben Raupen sind faszinierend, aber am beeindruckendsten sind die Puppen, die wir auf der Finca entdecken – grün mit goldenen Verzierungen, die wie wertvoller Schmuck an den Pflanzen hängen.
Doch nun zurück zum Kaffee. Dieser wird hier von Hand geerntet und anschließend mit der Fruchthülle getrocknet. In der industriellen Produktion wird die Frucht normalerweise vorher entfernt, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen, aber hier lässt man die Frucht dran, um das Aroma der Kaffeebohne intensiver zu machen. Nachdem der Kaffee einige Wochen getrocknet ist, wird die Hülle mit einer speziellen Maschine entfernt, und die Bohne wird freigelegt. Auch bei der endgültigen Sortierung ist viel Handarbeit gefragt.
Das Kaffeearoma entfaltet sich schließlich beim Rösten. Die Bohnen werden nach Größe sortiert und erfahren eine mittlere Röstung.

Jetzt kennen wir den gesamten Anbauprozess, und es ist endlich Zeit, den Kaffee zu probieren. Zusammen mit der Familie, mit der wir die Führung gemacht haben, setzen wir uns an einen Tisch und bekommen einen Teller mit Cracker und verschiedenen Marmeladen, durch die wir uns probieren können. Einfach köstlich! Schließlich wird eine kleine Kaffeekanne mit frisch aufgebrühtem Kaffee serviert, und wir dürfen das feine, blumige Aroma des Kaffees genießen.
In wenigen Minuten schließt die Finca ihre Tore, aber wir haben noch kurz Zeit, im Shop unseren Kaffee zu kaufen. Nach der Besichtigung bringt man ihm nun eine ganz andere Wertschätzung entgegen, weshalb der Preis von 12,50 EUR pro 125 g auch völlig gerechtfertigt erscheint.
Das Valle de Agaete hat aber noch viel mehr zu bieten und so befindet sich hier das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant Casa Romantica. Hier werden typische Zutaten der kanarischen Inseln zu kreativen Gerichten auf Sterneniveau interpretiert.
Wir entscheiden uns sehr spontan dort nach einem Tisch für das Mittagsmenü zu fragen. Wir warten an einem Tresen, da die Servicekraft nachfragen muss ob noch Kapazität für zwei (in schlichter Funktionskleidung dahergelaufene – nein das ist nur meine Interpretation) Personen verfügbar ist. Wir dürfen Platz nehmen.
Wir werden in einen Raum geführt, wo noch weitere Personen, die eher leger gekleidet wie wir, auf ihr Essen warten. Economy Class an, aber der Service und das Menü sind definitiv Business-Class.
Das Menü, bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und Dessert, kostet knapp 40,00 EUR pro Person – ein Preis, den ich persönlich für völlig gerechtfertigt halte. Pro Gang haben wir jeweils drei verschiedene Optionen zur Auswahl. Um möglichst viel probieren zu können, wählen wir komplett unterschiedliche Gerichte:
Sören: Reispfanne – Terrine mit Schweinefleisch und Süsskartoffelcreme – Brownie mit Schokomousse und Kaffeecreme .
Carola: sautierte Kirschtomaten mit Käse – Thunfischtartar – Käsekuchen mit Gofioeis



Bevor das Essen serviert wird bekommen wir jeder noch ein Brötchen sowie ein Schälchen mit Almogrote (ein typisch kanarischer, sehr würziger Aufstrich mit Ziegenkäse), Weinsalz sowie leckerstes Olivenöl.



Anschließend werden die Gänge nacheinander serviert. Es schmeckt alles wirklich sehr köstlich.
Nach den leckeren Desserts bestellen wir uns noch einen Kaffee. Wieder bekommen wir ein kleines Kaffeekännchen mit frisch gebrühten Kaffee aus Bohnen der eigenen Finca serviert. Ein perfekter Abschluss des Menüs.

Bevor wir das Restaurant verlassen, nutzen wir die Gelegenheit, einen Blick in das kleine Museum des Restaurants zu werfen. Jede Gemeinde der Insel hat dort ihren eigenen kleinen Bereich, der liebevoll gestaltet wurde und eine interessante Sammlung an lokalen Gegenständen und Geschichten präsentiert, die die Vielfalt der Insel hervorheben.
Kein DrumRumkommen – Arucas
Der Nachmittag ist mittlerweile fortgeschritten, aber der Ort Arucas hat sich noch spontan auf unsere Liste gesellt.
Der Ort wird dominiert von der beeindruckenden Kirche San Juan Bautista, deren Kirchturm der höchste auf den Kanaren ist. Beim Bummeln durch den Ort, der gut besucht ist, fällt sofort auf, wie gepflegt und einladend alles wirkt. Das liegt sicherlich auch an dem wirtschaftlichen Wohlstand, den nicht zuletzt die große Rumdestillerie „Arehucas“ bringt, deren Schornstein weithin sichtbar in den Himmel ragt.


Die Botschaft „Ora et Labora“ sieht man an mehrere Orten. Hier zeigt sich, dass aus harter Arbeit wirklich ein schöner Ort zustande gekommen ist, der wenig später – eingehüllt in seiner weihnachtlichen Beleuchtung – noch schöner erstrahlt.








Arucas ist definitiv einen Abstecher wert.
Barranco de Vacas – das Antilope Valley von Gran Canaria
Es ist Silvester und unser letzter kompletter Tag auf der Insel. Daher haben wir uns entschieden, einen der bekanntesten Instagram-Spots der Insel zu besuchen: den Barranco de Vacas, auch bekannt als das Antilope Valley von Gran Canaria.
Wir brechen bereits früh am Vormittag auf und schrauben uns eine Serpentinenstraße hinauf. Von einer Parkbucht aus gehen wir dann etwa 15 Minuten zu Fuß durch den Barranco, bis wir schließlich einen Tunnel erreichen, der mit der wenig einladenden Aufschrift „Tourist go home“ versehen ist.
Vom Tunnel aus sind es nur noch wenige Gehminuten durch diese atemberaubende Landschaft, die wirklich an die berühmten Bilder des Antilope Valleys erinnert, bis wir das Ende erreichen. Obwohl einige andere Besucher ebenfalls hier sind, gelingt es uns, ein paar wunderschöne Aufnahmen zu machen und die Atmosphäre in Ruhe zu genießen.




Aguimes – Ein ruhiger Silvestermorgen und der perfekte Barraquito
Auf dem Rückweg kommen wir durch den charmanten Ort Aguimes. Vielleicht liegt es am frühen Silvestermorgen, aber der Ort wirkt überraschend ruhig.
Am Plaza de Rosalia, wo sich auch die imposante Kirche San Sebastián von Aguimes befindet, setzen wir uns in ein kleines Café. Dort genießen wir einen frisch zubereiteten Barraquito. Kaffee, Likör und Milch, sind hier besonders schön geschichtet und dekoriert mit einer Zitronenspalte und einem Hauch Zimt. Für uns neben Mojo und Papas Arrugadas der Geschmack der Kanaren.




Silvester in Arguineguín – ein entspannter Start ins neue Jahr!
Nach einem erlebnisreichen Vormittag fahren wir zurück nach Arguineguín, um uns auf den letzten Abend des Jahres vorzubereiten. Mit einem Blick auf die bevorstehende Rückreise zaubern wir uns ein leckeres Abendessen, bei dem wir vor allem Reste verwerten, die wir noch vorrätig haben.
Als Vorspeise gibt es eine überbackene Zwiebelsuppe. Als Hauptgericht gibt es ein saftiges Secreto Ibérico, mit Salat und knusprigen Polenta-Sticks. Als Dessert, wenn auch erst kurz vor Mitternacht, gibt es einen Apple Crumble, nach Belieben mit Joghurt oder Eis. Dazu genießen wir nochmal einen leckeren kanarischen Wein.

Entgegen unserer Erwartungen gibt es in Arguineguín privates Feuerwerk, allerdings weniger ausgeprägt als wir es aus Deutschland kennen. Wir schauen uns alles in Ruhe von unserer Terrasse an und stoßen auf den gelungenen Urlaub und das neue Jahr an.



Am nächsten Morgen frühstücken wir noch entspannt, packen unsere Sachen und machen uns auf den Weg zum Flughafen. Leider gibt es aufgrund eines Sturms eine Verspätung von fast einer Stunde, und der Flug ist ein wenig turbulent, aber letztlich erreichen wir Frankfurt und bekommen problemlos unseren Anschluss nach Hannover. Gegen Mitternacht kommen wir schließlich zuhause an.
Was können wir im Nachhinein über Gran Canaria sagen? Liebe auf den ersten Blick war es definitiv nicht, aber wir haben einen zweiten Blick gewagt – und nun sind wir definitiv verliebt in diese Insel.


